
Wichtigste Erkenntnisse
- Ab 10. August 2026 erscheinen Sponsored Products automatisch auch im Content von Amazon-Influencer-Programm-Creators
- Bestehende Kampagnen werden automatisch zu aktuellen Geboten und Budgets angemeldet - kein Opt-in nötig
- Creator wählen selbst aus von Amazon vorgeschlagenen Produkten - Advertiser können nur einzelne Creator ausschließen
- Verfügbar u.a. in den USA, Kanada, Brasilien, Indien, Mexiko und der Türkei - nicht im UK
- Zwei Kampagnen-Toggles steuern die Reichweite: "Increase reach" (Standard) und "Limit off-Amazon spend"
Was ab 10. August 2026 genau passiert
Amazon Ads hat am 4. August 2026 seine Support-Dokumentation aktualisiert: Ab dem 10. August 2026 erscheinen Sponsored-Products-Anzeigen zusätzlich innerhalb von Inhalten, die Mitglieder des Amazon Influencer Programms erstellen - etwa in Produkt-Reviews, redaktionellen Beiträgen und Kaufratgebern. Damit erweitert Amazon seine größte Werbeform über die klassischen Amazon-Suchergebnisse und Produktseiten hinaus in Creator-Content.
Der Mechanismus läuft in vier Schritten ab: Amazon schlägt Creators Produkte vor, die zu deren Themenfeld und Engagement-Historie passen. Die Creator wählen daraufhin selbst aus, welche der vorgeschlagenen Produkte sie in ihre Reviews, Editorial-Beiträge oder Kaufratgeber einbauen. Klicks auf diese Platzierungen führen direkt zur Produktdetailseite auf Amazon, und es gilt das normale Cost-per-Click-Abrechnungsmodell. Als Advertiser kannst du einzelne Creator ausschließen, es gibt aber keine beschriebene Möglichkeit, dein gesamtes Konto von der Teilnahme abzumelden.
Betroffen ist mit Sponsored Products die mit Abstand größte Umsatzquelle im Amazon-Advertising-Portfolio. Das zeigt, wie ernst Amazon diese Erweiterung nimmt - und warum sich ein genauer Blick in deine Kampagnen jetzt lohnt.
Automatische Anmeldung: Kein Opt-in, aber auch kein vollständiges Opt-out
Der wichtigste Punkt für die Praxis: Du musst nichts tun, damit deine Kampagnen teilnehmen. Bestehende Sponsored-Products-Kampagnen werden automatisch mit ihren aktuellen Geboten und Budgets angemeldet. Amazon betont in der Dokumentation ausdrücklich, dass keine Aktion der Werbetreibenden erforderlich ist. Das sechs Tage lange Fenster zwischen der Dokumentations-Aktualisierung am 4. August und dem Start am 10. August war entsprechend kurz.
Für dein Bid-Management bedeutet das: Deine bestehenden Gebotsstrategien gelten unverändert weiter, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung. Bid-Anpassungen, die du für Top of Search oder Produktseiten-Platzierungen gesetzt hast, übertragen sich nicht auf die neuen Offsite-Platzierungen bei Creators. Es gilt stattdessen ein Maximalgebot, das für Klicks aus allen Quellen gleichermaßen greift.
Unterschied zum klassischen Amazon Influencer Programm
Wichtig ist die Abgrenzung zum bereits länger bestehenden Amazon Influencer Programm: Dort kuratieren Creator eigene Storefronts und verdienen eine Provision an den darüber generierten Verkäufen - für dich als Marke entstehen keine direkten Kosten, du zahlst nur indirekt über die reguläre Amazon-Gebührenstruktur.
Die neue Erweiterung funktioniert dagegen als klassisches PPC-Feature. Es sind deine bezahlten Sponsored-Products-Kampagnen, die zusätzlich innerhalb von Creator-Content ausgespielt werden, abgerechnet über dein bestehendes Werbebudget. Beide Mechanismen können parallel laufen: Ein Creator kann dein Produkt sowohl organisch in seinem Storefront empfehlen als auch - unabhängig davon - eine deiner Sponsored-Products-Anzeigen in seinem Review-Content ausgespielt bekommen.
Welche Kontrollmöglichkeiten Advertiser haben
Auf Kampagnenebene stehen zwei Toggles zur Verfügung, die die Reichweite der Offsite-Ausspielung steuern:
- "Increase reach" (Standardeinstellung): Deine Anzeigen werden für die zusätzlichen Creator-Platzierungen freigegeben
- "Limit off-Amazon spend": Begrenzt die Ausgaben, die außerhalb der klassischen Amazon-Suchergebnisse und Produktseiten anfallen
Zusätzlich kannst du einzelne Creator gezielt ausschließen und über eine Deny-Liste unerwünschte Websites oder Apps blockieren, auf denen deine Anzeigen nicht erscheinen sollen. Wer viele Kampagnen gleichzeitig verwaltet, kann diese Einstellungen laut aktuellem Stand (Juni 2026) über eine Bulksheet-Spalte pflegen - allerdings bislang nur in den USA. Eine Abmeldung der gesamten Kampagne oder des Kontos von der Erweiterung selbst ist in der Dokumentation nicht vorgesehen; die verfügbaren Stellschrauben wirken auf Reichweite und Ausschlüsse, nicht auf eine vollständige Deaktivierung.
Wenn du regelmäßig PPC Audits durchführst, solltest du diese Einstellungen ab jetzt als festen Prüfpunkt in deine Routine aufnehmen - insbesondere bei Marken, die hohen Wert auf Markensicherheit und Kontrolle über das Werbeumfeld legen.
Warum das Suchbegriff-Reporting hier anders funktioniert
Ein Detail, das für dein tägliches Kampagnen-Management relevant ist: Anders als bei einer klassischen Amazon-Suche gibt es bei Platzierungen in Creator-Content keine tatsächliche Sucheingabe eines Shoppers. Amazon liefert dir für diese Platzierungen deshalb systemgenerierte, abgeleitete Suchbegriffe in deinen Berichten - Begriffe, die kein Shopper jemals eingegeben hat, sondern die Amazon aus dem thematischen Kontext des Creator-Inhalts ableitet.
Diese abgeleiteten Begriffe sind für Negative Targeting qualifiziert. Wer seine Advertising Reports und Keyword-Listen regelmäßig pflegt, sollte diese neue Spalte ab jetzt gezielt im Blick behalten, um irrelevante oder unpassende thematische Zuordnungen frühzeitig auszuschließen - genau wie bei klassischen Suchbegriffs-Berichten, nur mit einer anderen Datengrundlage.
Was das für ACoS und TACoS bedeutet
Branchenbeobachter ordnen die neuen Platzierungen als "top-of-funnel, contextual browsing" ein - also eher explorative Produktentdeckung im thematischen Kontext eines Reviews oder Ratgebers, nicht die gezielte Suche mit hoher Kaufabsicht, wie sie für die klassische Amazon-Suche typisch ist. Das kann sich in deinem ACoS niederschlagen, weil die Klickqualität dieser Platzierungen sich strukturell von Such-Klicks unterscheiden dürfte.
Weil ein einheitliches Maximalgebot für Klicks aus allen Quellen gilt und deine bestehenden Bid-Anpassungen für Top of Search oder Produktseiten sich nicht auf die neuen Offsite-Platzierungen übertragen, lohnt sich ein direkter Vorher-Nachher-Vergleich: Beobachte deinen TACoS und ACoS in den Tagen und Wochen nach dem 10. August 2026 besonders genau, idealerweise getrennt nach Platzierungstyp, sobald entsprechende Report-Spalten verfügbar sind. Ähnlich wie bei der Einführung von Sponsored Display oder Sponsored TV gilt: Neue Inventar-Typen brauchen eine gewisse Beobachtungszeit, bevor sich verlässliche Optimierungsentscheidungen treffen lassen.
In welchen Ländern die Erweiterung startet
Die Creator-Platzierungen für Sponsored Products starten zunächst in Brasilien, Kanada, Indien, Mexiko, den USA, im Nahen Osten, in Nordafrika, der Türkei und ausgewählten EU-Ländern. Bemerkenswert ist eine explizite Ausnahme: Das Vereinigte Königreich ist von diesem Start ausgenommen. Wenn du auf mehreren Marktplätzen aktiv bist, solltest du deine Kampagnen-Einstellungen daher marktplatzspezifisch prüfen, statt von einer einheitlichen Ausspielung über alle Länder hinweg auszugehen.
Was du als Advertiser jetzt konkret tun solltest
Ein pragmatischer Fahrplan für die ersten Wochen nach dem Start:
- Prüfe pro Kampagne, ob der Toggle auf "Increase reach" oder "Limit off-Amazon spend" steht, und entscheide bewusst, welche Einstellung zu deiner Markenstrategie passt
- Sichte, ob es Creator oder Themenfelder gibt, die du aus Markensicherheits- oder Positionierungsgründen ausschließen möchtest
- Richte eine Deny-Liste für Websites oder Apps ein, auf denen deine Anzeigen keinesfalls erscheinen sollen
- Beobachte die neuen, systemgenerierten Suchbegriffe in deinen Reports und ergänze bei Bedarf gezielt negative Keywords
- Vergleiche ACoS und TACoS vor und nach dem 10. August 2026, um die tatsächliche Auswirkung auf deine Kampagnen datenbasiert einzuschätzen statt zu raten
- Nutze deinen nächsten PPC Audit, um die neuen Einstellungen fest in deine Optimierungsroutine zu integrieren
Fazit
Mit der automatischen Erweiterung von Sponsored Products auf Creator-Content am 10. August 2026 bewegt sich Amazon Ads weiter in Richtung Social Commerce - ohne dass Advertiser aktiv zustimmen mussten. Für dein Tagesgeschäft heißt das vor allem: Kontrolle behalten, wo möglich, und die neuen Reporting-Signale ernst nehmen, statt die Erweiterung einfach unbeobachtet mitlaufen zu lassen.
Wie schon bei der Einführung von Sponsored Display oder dem Amazon Influencer Programm gilt: Wer die neuen Stellschrauben früh versteht und in seine bestehende Kampagnenstruktur integriert, hat gegenüber Wettbewerbern, die die Änderung erst Wochen später bemerken, einen klaren Vorsprung.
Häufige Fragen
Muss ich als Advertiser etwas tun, damit meine Kampagnen an der Creator-Erweiterung teilnehmen?
Nein. Amazon meldet bestehende Sponsored-Products-Kampagnen automatisch mit den aktuellen Geboten und Budgets an, ein Opt-in ist nicht nötig. Amazon hat die Support-Dokumentation dazu am 4. August 2026 aktualisiert und ausdrücklich betont, dass keine Aktion der Werbetreibenden erforderlich ist, bevor die Erweiterung am 10. August 2026 aktiv wird.
Was ist der Unterschied zwischen dieser neuen Funktion und dem klassischen Amazon Influencer Programm?
Das klassische Amazon Influencer Programm ist provisionsbasiert: Creator kuratieren eigene Storefronts und verdienen einen Anteil an den darüber generierten Verkäufen, ohne dass dir als Marke direkte Kosten entstehen. Die neue Erweiterung ist dagegen ein PPC-Feature: Deine bezahlten Sponsored-Products-Anzeigen erscheinen zusätzlich innerhalb von Creator-Inhalten wie Reviews oder Kaufratgebern, abgerechnet über dein bestehendes Cost-per-Click-Budget.
Wie kann ich verhindern, dass meine Anzeigen bei bestimmten Creators erscheinen?
Advertiser können einzelne Creator gezielt ausschließen und über eine Deny-Liste unerwünschte Websites oder Apps blockieren. Eine vollständige Kontoebene-Abmeldung von der Erweiterung ist laut aktueller Dokumentation nicht vorgesehen. Über den Kampagnen-Toggle lässt sich die Reichweite steuern: 'Increase reach' ist die Standardeinstellung, 'Limit off-Amazon spend' begrenzt die Ausgaben für Platzierungen außerhalb von Amazon.
Wirkt sich die Erweiterung auf meinen ACoS aus?
Das ist möglich, weil Creator-Content eher zu explorativem, themenorientiertem Browsing führt als zu einer gezielten Amazon-Suche mit hoher Kaufabsicht. Da Bid-Anpassungen für Top of Search oder Produktseiten nicht auf diese Platzierungen übertragen werden und ein Maximalgebot für alle Klicks unabhängig von der Quelle gilt, lohnt sich ein Blick in die Suchbegriff-Berichte und ein Vergleich deines ACoS und TACoS vor und nach dem 10. August 2026.