Wichtigste Erkenntnisse
- Externer Traffic kann Amazon-Rankings positiv beeinflussen
- Amazon Attribution ermöglicht präzises Tracking
- Bonus-Programm belohnt externen Traffic mit bis zu 10%
- Landing Pages können Conversion Rates verbessern
Warum Google Ads zu Amazon?
Auf den ersten Blick scheint es kontraintuitiv: Warum solltest du für Traffic zu Amazon bezahlen, wenn Amazon selbst umfangreiche Werbemöglichkeiten anbietet? Wenn du bereits mit Amazon PPC vertraut bist, weißt du, wie effektiv Sponsored Products und andere Anzeigenformate sein können. Doch Google Ads eröffnet eine zusätzliche Dimension, die viele Seller unterschätzen.
Die strategischen Vorteile von externem Traffic sind vielfältig:
- Ranking-Boost: Amazon belohnt externen Traffic mit besseren organischen Rankings. Der Algorithmus interpretiert Traffic von außerhalb als Zeichen für Markenbekanntheit und Produktrelevanz.
- Brand Awareness: Du erreichst Kunden, die möglicherweise nicht direkt auf Amazon suchen würden, aber über Google nach Lösungen für ihre Probleme suchen.
- Weniger Wettbewerb: In der Google-Suche sind oft deutlich weniger direkte Konkurrenten präsent als im hart umkämpften Amazon-Werbeumfeld.
- Bonus-Programm: Über das Brand Referral Bonus Programm erstattet Amazon bis zu 10% des Warenkorbwerts für Traffic, der nachweislich von externen Quellen kommt.
- Diversifizierung: Du reduzierst deine Abhängigkeit von einem einzigen Werbekanal und schaffst eine breitere Marketing-Basis.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, beide Plattformen strategisch zu kombinieren, anstatt sie als Entweder-oder-Entscheidung zu betrachten.
Amazon Attribution einrichten
Amazon Attribution ist das kostenlose Tracking-Tool, das dir ermöglicht, die Performance deines externen Traffics präzise zu messen. Ohne dieses Tool fliegst du blind und kannst die Rentabilität deiner Google Ads Kampagnen nicht bewerten. Die Einrichtung ist unkompliziert:
- In Seller Central unter "Advertising" → "Attribution" gehen
- Neue Kampagne erstellen und aussagekräftig benennen
- Tracking-Tags für verschiedene Anzeigengruppen generieren
- Tags in Google Ads Ziel-URLs als Parameter einbauen
- Regelmäßig die Attributionsberichte auswerten
Mit den gewonnenen Daten kannst du genau nachvollziehen, welche Verkäufe von Google kommen. Dies ermöglicht dir, einen spezifischen ACoS für deine externen Kampagnen zu berechnen und mit deinen Amazon PPC Kampagnen zu vergleichen. Beachte dabei, dass der Bonus vom Brand Referral Programm in deine Rentabilitätsrechnung einfließen sollte.
Wichtig: Die Attribution-Daten haben eine Verzögerung von 24-48 Stunden. Plane deine Optimierungsentscheidungen entsprechend und ziehe keine voreiligen Schlüsse aus zu kurzen Zeiträumen.
Strategie 1: Direkter Traffic auf Listing
Der einfachste und schnellste Ansatz ist es, Google Ads direkt auf dein Amazon-Listing zu leiten. Diese Methode eignet sich besonders für Seller, die schnell starten und die Strategie testen möchten, ohne zusätzliche Infrastruktur aufzubauen.
Vorteile
- Einfach umzusetzen: Keine technischen Hürden oder zusätzliche Tools erforderlich
- Kein eigener Shop nötig: Du sparst Hosting-Kosten und Wartungsaufwand
- Prime-Vorteil bleibt erhalten: Kunden sehen sofort die Prime-Lieferoptionen
- Direkter Kaufpfad: Weniger Schritte zwischen Klick und Kauf
- Amazon-Vertrauen: Kunden vertrauen der Amazon-Plattform und ihrem Käuferschutz
Nachteile
- Keine Datensammlung vor dem Klick: Du kannst keine E-Mail-Adressen oder andere Kontaktdaten erfassen
- Höhere Bounce-Rate möglich: Manche Nutzer erwarten eine Produktseite, keine Marketplace-Plattform
- Kein Retargeting: Du kannst Besucher nicht für spätere Kampagnen markieren
- Wettbewerber sichtbar: Auf der Amazon-Seite sieht der Kunde auch konkurrierende Produkte
Diese Strategie eignet sich am besten für Produkte mit starken Listings, guten Bewertungen und klarem Wettbewerbsvorteil. Wenn dein Listing noch schwach ist, riskierst du, bezahlten Traffic an Konkurrenten zu verlieren.
Strategie 2: Landing Page dazwischen
Die fortgeschrittenere Variante: Du leitest Traffic erst auf eine eigene Landing Page und führst qualifizierte Besucher dann zu Amazon weiter. Diese Methode erfordert mehr Aufwand, bietet aber deutlich mehr Kontrolle und Datenerfassung.
Vorteile
- E-Mail-Adressen sammeln: Baue eine eigene Kundenliste für zukünftiges Marketing auf
- Produktinfos vorab präsentieren: Erkläre Vorteile, beantworte häufige Fragen und eliminiere Kaufhindernisse
- Bessere Conversion durch Vorqualifizierung: Nur wirklich interessierte Nutzer klicken weiter zu Amazon
- Retargeting-Pixel setzen: Erreiche Besucher später erneut über Facebook, Google Display oder andere Kanäle
- Rabattcodes verteilen: Exklusive Codes erhöhen die Conversion und machen das Tracking einfacher
- A/B Testing: Teste verschiedene Botschaften und Designs auf deiner eigenen Seite
Nachteile
- Extra Aufwand und Kosten: Du brauchst Hosting, ein Landingpage-Tool und technisches Setup
- Ein weiterer Klick = Absprung-Risiko: Jeder zusätzliche Schritt kostet Conversions
- Wartung erforderlich: Die Landing Page muss aktuell gehalten werden
- Rechtliche Anforderungen: Impressum, Datenschutz und Cookie-Banner sind Pflicht
Diese Strategie lohnt sich besonders für erklärungsbedürftige Produkte oder wenn du langfristig eine eigene Marke aufbauen möchtest. Die gesammelten E-Mail-Adressen sind ein wertvolles Asset für Produktlaunches und Kundenbindung.
Amazon PPC parallel optimieren
Während du externen Traffic aufbaust, optimiert VAPA deine Amazon-Kampagnen automatisch.
Kostenlose Demo buchenGoogle Ads Kampagnentypen im Detail
Nicht jeder Google Ads Kampagnentyp eignet sich gleich gut für Amazon-Traffic. Hier ein Überblick über die wichtigsten Optionen und ihre Besonderheiten:
Search Ads (Suchanzeigen)
Die klassischen Textanzeigen in der Google-Suche sind ideal für Nutzer mit konkreter Kaufabsicht. Biete auf Produktnamen, Kategorien und Problemlösungs-Keywords. Bei Search Ads hast du die präziseste Kontrolle über die Zielgruppe und kannst sehr gezielt Nutzer ansprechen, die bereits nach deinem Produkttyp suchen.
Tipp: Nutze Long-Tail-Keywords wie "beste [Produkt] für [Anwendungsfall]" für höhere Conversion-Raten bei niedrigeren Klickkosten.
Shopping Ads
Visuelle Produktanzeigen mit Bild, Preis und Bewertungen. Ein Direkt-Link zu Amazon ist grundsätzlich möglich, wird aber von Google teilweise eingeschränkt oder schlechter ausgespielt. Die bessere Alternative: Nutze Shopping Ads in Kombination mit deiner Landing Page als Zwischenschritt.
Display/YouTube Ads
Diese Formate eignen sich weniger für direkte Conversions, aber hervorragend für Awareness und Retargeting. Sprich Nutzer an, die deine Landing Page besucht, aber nicht gekauft haben. Video-Ads können komplexe Produktvorteile besser vermitteln als Text allein.
Performance Max
Die neueste Kampagnenform von Google kombiniert alle Kanäle automatisiert. Für Amazon-Traffic noch experimentell, kann aber bei ausreichend Budget und Daten interessante Ergebnisse liefern.
Best Practices für erfolgreiche Kampagnen
Aus der Erfahrung erfolgreicher Amazon-Seller haben sich folgende Best Practices herauskristallisiert:
- Hochmargige Produkte priorisieren: Google Ads Traffic ist nur bei ausreichender Marge rentabel. Rechne mit mindestens 20-30% Marge, um nach Abzug aller Kosten profitabel zu bleiben.
- Prime-Badge betonen: Erwähne Prime-Versand bereits in deinen Anzeigentexten - das ist ein starkes Verkaufsargument außerhalb von Amazon.
- Tracking nutzen: Amazon Attribution ist absolute Pflicht. Ohne Tracking kannst du die Rentabilität nicht beurteilen.
- A/B Testing: Teste verschiedene Anzeigentexte, Landing Pages und Zielgruppen systematisch.
- Saisonalität nutzen: Peak-Zeiten wie Q4 oder Prime Day sind ideal für externe Kampagnen, da die Kaufbereitschaft generell höher ist.
- Budget langsam skalieren: Starte mit kleinem Budget, optimiere, und skaliere erst bei nachgewiesener Profitabilität.
- Negative Keywords pflegen: Schließe irrelevante Suchbegriffe konsequent aus, um Streuverluste zu minimieren.
Rentabilitätsrechnung: ACoS und TACoS im Blick
Für eine fundierte Bewertung deiner Google-zu-Amazon-Strategie solltest du die gleichen Metriken nutzen wie bei deinen Amazon PPC Kampagnen. Der ACoS (Advertising Cost of Sale) gibt dir einen direkten Überblick über die Werbekosten im Verhältnis zum Umsatz.
Noch aussagekräftiger ist der TACoS (Total Advertising Cost of Sale), der deine gesamten Werbeausgaben ins Verhältnis zum Gesamtumsatz setzt. So erkennst du, ob der externe Traffic nicht nur direkte Verkäufe generiert, sondern auch deine organischen Rankings und damit den Gesamtumsatz positiv beeinflusst.
Berechne deinen Break-Even-ACoS für Google Ads unter Berücksichtigung des Brand Referral Bonus. Mit dem 10% Bonus kannst du effektiv einen höheren ACoS akzeptieren als bei reinen Amazon PPC Kampagnen.
Fazit: Wann lohnt sich Google Ads zu Amazon?
Google Ads Traffic zu Amazon zu leiten ist eine fortgeschrittene Strategie, die bei richtiger Umsetzung erhebliches Wachstumspotenzial bietet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im präzisen Tracking über Amazon Attribution, einer sauberen Rentabilitätsrechnung und dem strategischen Zusammenspiel mit deinen bestehenden Amazon PPC Kampagnen.
Diese Strategie eignet sich besonders für:
- Marken mit ausreichender Marge (mindestens 25-30%)
- Seller, die organische Rankings boosten möchten
- Produkte, die von zusätzlicher Erklärung profitieren
- Unternehmen, die eine eigene Kundenliste aufbauen wollen
Starte mit einem überschaubaren Testbudget, miss die Ergebnisse sorgfältig und skaliere erst, wenn du die Profitabilität nachweisen kannst. Im Zusammenspiel mit optimierten Amazon-Kampagnen kann externer Traffic den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen.

